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Rummmmms! Krisensitzung im Medizinballraum bei Volero Zürich

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Rückschlag für Volero Zürich im Kampf um die Schweizer Meisterschaft. Beim Serienmeister ärgert man sich mächtig über die 0:3 Klatsche gegen Sm’Aesch Pfeffingen und die 2:3 Pleite bei den Power Cats in Düdingen. Zwei Dreier hätten es sein sollen. Beide Konkurrenten ziehen durch den Sieg in der Tabelle an Volero Zürich vorbei.

Nach diesen Niederlagen haut der sonst so ruhige Volero Zürich Trainer Anderson Rodrigues auf den Tisch! Er versammelt seine Mannschaft nach dem heutigen Training im Medizinballraum der Trainingshalle hinter verschlossenen Türen zu einer Aussprache. Die brasilianische Aussenangreiferin Samara Almeida springt als Übersetzerin ein. „Ich bin die Einzige, die Portugiesisch spricht – aber die anderen Spielerinnen verstehen auch schon einige portugiesische Wörter. Ich versuche, so gut es geht, auf Englisch zu übersetzen“, sagt Almeida.

Die Krisensitzung dauert genau zwölf Minuten!   

Der Startrainer Rodrigues nach dem Training wortkarg: „Heute ist kein guter Tag, um etwas zu sagen. Ich bin wütend!“ Volley1 fragt nach: Was macht Sie wütend, Senhor Rodrigues? Rodrigues abgebrüht: „Die Situation.“ Dann verlässt er die Sporthalle Birch. Ebenso die Spielerinnen.

Einzig die Führungsspielerinnen Rosir Calderon Diaz, Silvija Popovic und Kapitän Ana Antonijevic – die in jedem Spiel auf konstant hohem Niveau spielen – strecken noch ihre Köpfe zusammen, besprechen sich, und verlassen zuletzt die Halle. Was erwarten Sie am Samstag für ein Spiel, Frau Popovic? „Sorry, ich muss mich beeilen, ich habe keine Zeit“, sagt Libera-Ass Popovic.

Auch Präsident Stav Jacobi schaut im Training vorbei. Er liebt und lebt Volleyball, verhält sich in jeder Situation höchst professionell – bei der Krisensitzung ist er nicht dabei. Er hat gegenüber Volley1 am Sonntag nach dem Spiel in Düdingen angekündigt, dass er die Spielerinnen auch ausserhalb des Spielfelds unter Druck setzen werde. Der mächtige SB Community-Chef Bojan Simurina wohnt dem intensiven Training ebenfalls bei – er hat die beiden Niederlagen zuletzt nicht live gesehen. Simurina: „Gott sei dank nicht…“

Volero Zürich hat die Krise: nur einen von sechs Punkten aus den letzten zwei Partien. Zwei Sätze gewonnen, sechs verloren – schon wieder vier Punkte hinter dem grössten Rivalen Sm’Aesch Pfeffingen. Und am Samstag kommt mit Kanti Schaffhausen die Mannschaft in die Sporthalle Birch (Beginn: 19:00 Uhr), welche im Saisoneröffnungsspiel die beeindruckende Serie der Zürcherinnen von 185 Siegen in Folge durchbrochen hat.

Die Stimmung beim Champions League Teilnehmer Volero Zürich ist drei Wochen vor dem Auftakt in den prestigeträchtigsten Clubwettbewerb bei Alba Blaj (Rumänien) so angespannt wie seit Jahren nicht mehr.

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4 Comments

4 Comments

  1. Michel F. Bolle

    22. November 2017 at 21:39

    Interessanter Artikel der doch einige Frage aufwirft! Warum ist Startrainer Rodrigues wütend? Ich hoffe doch sehr, dass er auf sich selber (eventuell auf seinen Assistenztrainer) und nicht auf die Spielerinnen wütend ist!

    Die erste Runde der Meisterschaft beginnt mit 3 doch eher unerwarteten Niederlagen des „Zürcher Star-Ensembles“, und einem zeitweise schon sehr fragwürdigen Auftreten des Voléro Teams. Klar ist das Team 2017-2018 von der Qualität her nicht vergleichbar mit Saion 2016-2017, und trotzdem sollten eigentlich Siege gegen die Amateur- und Hobbyteams der Liga nur eine Formsache sein. Anstatt Siege werden jedoch unnötige (und zum Teil sehr klare) Niederlagen eingefahren.

    Ich haben mir die Zeit genommen die 3 Niederlagen von Voléro auf Video ausführlich zu analysieren, und irgendwie kann ich verstehen dass Rodrigues wütend ist. Das Voléro Team spielt seit anfangs Saison absolut amateurhaft :

    – Ohne erkennbare offensiv und defensiv Strategie
    – Ohne erkennbare auf den Gegner angepasste Taktik
    – Block – Verteidigungs-System ist komplett desorganisiert und zweifellos nicht eintrainiert
    – Die Zuspielerin (eine der 3 besten der Welt) hat keine Offensiv-Strategie. Die Zuspiel Taktik
    wirkt hilflos und zufällig und ist nicht auf die Schwächen des gegnerischen Blocks angepasst.

    Und genau diesen Eindruck hat Volero, in allen Spielen die ich gesehen habe, auf mich gemacht. Desorganisiert, und taktisch/strategisch mit Abstand das schwächste Team der Liga.

    Ich denke hier muss jetzt und sofort analysiert werden was die Gründe sind? Ist es eventuell die Tatsache, dass das Team (mit Ausnahme von einer Spielerin) den Trainer nicht versteht? Oder werden eventuell in den Trainigns und den Spiel-Vorbereitungs-Theorien zu wenig Akzente auf Taktik, Teamorganisation und Vorbereitung auf den Gegner gelegt?

    Viele offene Fragen. Ich hoffe das die „Wut“ von Rodrigues dazu führt, dass er sein Team für die zukünftigen Spiel taktisch perfekt einstellen wird.

    Eine weitere Niederlage in dieser Meisterschaft wäre wohl nicht tragbar und auch nicht mehr akzeptabel!

    • Martin

      23. November 2017 at 10:11

      „die Amateur- und Hobbyteams der Liga“

      Warum dieser despektierliche Unterton? Muss doch wirklich nicht sein. Aber ist man sich ja seit Jahren gewohnt zu lesen, vorallem auch in Statements von Volero’s Führung. Kein Wunder verspüren die Leute auch eine gewisse Genugtuung, wenn diese SPRACHLICHE ARROGANZ mal resultatmässig „bestraft“ wird. Hat vielleicht auch damit zu tun, wenn die Halle in Zürich nicht wirklich voll wird und Volero nicht unbedingt der „Club der Herzen“ zu sein scheint hierzulande?

      • Michel F. Bolle

        23. November 2017 at 21:30

        Lieber Martin,

        Das ist kein despektierlicher Unterton! Es wäre schon lange an der Zeit im Schweizer Volleyball Nägel mit Köpfen zu machen, und die Dinge beim Namen zu nennen. Die Strategie „alles immer wieder schön zu reden“ genau so wie die „Selbstdarsteller“ Taktik hat zweifellos versagt. Nicht nur bei Valero, sondern auch anderswo in der Schweiz sind die Hallen leer und die Spiele gähnend uninteressant. Genau darum interessiert sich weder die Presse noch das Fernsehen fürs Volleyball. Eine Schweizermeisterschaft im Jassen bring im Fernsehen mehr Zuschauer als ein langweiliges und unatraktives Volleyball Spiel.

        Wen stören die Statements von Voléro während der letzten Jahre? Die amateurhaften Selbstdarstellen? Vereine die seit Jahren behaupten sie seinen Ausbildungsvereine und in Ihrem NLA Team keine einzige CH-Spielerin haben, welche die ganze Ausbildung im Verein gemacht hat? Stört es eventual Vereine die behaupten sie offerieren CH- Spielerinnen Profi Verträge, wo man bei genauem hinschauen feststellen muss, dass die Spielerinnen nur über 8 Monate einen Hungerlohn bekommen, im Sommer die Wohnung abgeben müssen und dann wieder bei den Eltern leben müssen?.

        In der Geschichte des Schweizer Volleyball gab und gibt es nur zwei Profi Vereine die Geschichte geschrieben haben. Der VBC Leysin bei den Männern und Voléro Zürich bei den Frauen. Dann gibt es Vereine die sehr nahe an der Professionalität waren oder sind: Luc Volleyball, Näfels und Amriswil bei den Männern und vor vielen Jahren mal Köniz bei den Frauen. Alles andere is wirklich amateurhaft und hobbymässig.

        Sowohl Leysin wie auch Voléro haben international Ihre Ziele nie erreicht, und einer der Gründe dafür war sie schwache und amateurhafte Liga.

        Wir brauchen in der Schweiz keine „Selbsdarsteller“ und „Schönredner“ mehr! Wir brauchen „Macher“ die einen Teil dazubeitragen, dass sich das Volleyball verbessert.

        Stav Jacobi, Daniel Quedot, Georges de Jong, Dominik Joos, Ruedi Gygly, Georges-André Carrel und Max Meier sind Exponenten und Macher die Ihren Teil dazu geleistet haben! Schade haben wir nicht mehr Leute von diesem Format haben…

        Lg

        Mitch

        • Martin

          24. November 2017 at 12:17

          Ich sehe einfach nicht wirklich viel von „Amateur- und Hobbyteams“ wenn ich mir die Startformationen der Clubs anschaue, welche Volero letztes Wochenende schlugen. Und vorallem deshalb habe ich mit obigem Kommentar reagiert.

          Sm’Aesch Pfeffingen:
          von Piekartz, Storck
          Walch, Ennok
          White, Matter
          Pogany
          3 Spielerinnen (von Piekartz, Walch, Pogany) mit Bundesligaerfahrung (eine im Kader der Deutschen NT), 2 aktuelle Schweizer NT-Spielerinnen, eine Estin (zweifellos eine der besten ihres Landes) und eine Kanadierin (Michigan State Graduate, ein renommiertes NCAA-Team). Coach Vollmer (jahrelang in der Bundesliga gearbeitet und ist Assistent im Deutschen NT).

          Düdingen:
          Marbach, Harbin
          Felinski, Granvorka
          Becker, Moffett
          Deprati
          2 Spielerinnen mit Bundesligaerfahrung (Felinski, Becker), Harbin scheint eine der TOP-
          Entdeckungen der noch jungen Saison zu sein, 2 (ehemailge?) Schweizer NT-Spielerinnen und 1 aktuelle (Deprati) und Moffett (der so wertvolle Emotional Leader). Trainiert von einem der besten Schweizer Coaches.

          Und ähnliches liesse sich auch für Kanti Schaffhausen sagen.

          Da ist einfach Qualität vorhanden. Ja, einzelne mögen (noch/wieder) im strengen Sinne Amateure sein (auch berufstätig oder auch (Teilzeit)-Studentin), aber von „Hobby“ kann doch keine Rede sein). Wenn alle diese Spielerinnen fit sind und bei guter Tagesform können die einfach ganz schönes Volleyball zeigen. UND DIES VERDIENT AUCH ANERKENNUNG. Wenn Volero schlecht spielt, passiert dies immer auch weil der Gegner sie (mehr oder weniger) dazu bringt, schlecht zu spielen und kaum ausschliesslich durch eigenes Versagen, nach meiner Meinung.

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1. Titel für Cheseaux! Überragende Kyra Holt rettet Neuchâtel UC vor Pleite

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Da ist der Titelfavorit Neuchâtel UC (NUC) nochmals mit einem blauen Auge davongekommen. Die US-Amerikanerin Kyra Holt rettete den Supercupsieger vor einer Blamage…

28:30, 25:23, 18:25, 22:25  

Das Team von Lauren Bertolacci schien nach dem Europacup-Showdown gegen Las Palmas (Spanien) sichtlich müde. Die beiden Asse Tia Scambray und Marteene Bettendorf blieben diesmal eher blass, kamen über die gesamte Spielzeit gesehen nicht wie gewohnt auf Touren. Dafür trumpfte die überragende Power-Spielerin Kyra Holt umso stärker auf!

  1. Satz: Die Neuenburgerinnen starteten mit Méline Pierret anstatt Sarah Trösch in der Starting Six. Zu Beginn bekundete Cheseaux sichtlich Mühe bei der Annahme und war gleich mehrmals einen Schritt zu spät. Doch insbesondere Captain Oriane Haemmerli sorgte mit ihrer Spielübersicht, dass sich die Mannschaft von Teemu Oksanen zunehmend steigerte und selber gute Akzente setzen konnte. Auch spielte dem Heimteam in die Karten, dass die Überfliegerin Marteene Bettendorf diesmal nicht den besten Tag einzog. Nichts desto trotz konnte Cheseaux einen Satzball nicht nutzen und musste den Satz mit 30:28 abgeben.
  2. Satz: Auch dieser Satz war bis Satzmitte ausgeglichen. Erwartungsgemäss war die spielerische Klasse mehrheitlich auf Seiten der Neuenburgerinnen, doch dank einem enormen Kämpferherz (Bertolacci: „Cheseaux fight like crazy!“) und einer sackstarken Oriane Haemmerli leistete Cheseaux erbitterten Widerstand und konnte so bis zum Satzende mithalten. Auch Cassidy Baird und Aleksandra Arsovic sorgten mit ihrer Power wiederholt für Glanzmomente. Auch diesmal brachte Oksanen das 14-jährige Talent Julie Monge wieder, die gleich einen Top-Service aufs Parkett zauberte. Derweil ihre Mutter Cécile sichtlich stolz am Offiziellentisch mithalf. Bombenstimmung in der Halle: 25:23 – Cheseaux krallte sich den Satz!
  3. Satz: Der Satzausgleich für Cheseaux war verdient und es wäre wohl für NUC noch schlimmer gekommen, wenn nicht Tyra Holt cooler als „Coolman“ Peter Steiner im Milka-Werbespott agiert hätte. Auch Xenia Staffelbach machte ein solides Spiel. Beim Stand von 16:8 für NUC wurde Nationalspielerin Julie Lengweiler (in Pink-Turnschuhen) eingewechselt. Bei der durchzogenen Leistung von Kapitän Tia Scambray hätte man sich gewünscht, dass die ehemalige Volero-Spielerin, auf die der ehemalige Volero-Startrainer Anderson Rodrigues (Olympiasieger) stets grosse Stücke hielt, früher zum Einsatz gekommen wäre. Nach dem Spiel meinte Bertolacci zu Volley1: „Julie ist eine wichtige Spielerin, sie wird künftig mehr spielen.“ Na das ist ja mal eine klare Ansage… Der Satz ging mit 25:18 an das favorisierte NUC!
  4. Satz: Innert Kürze führte Cheseaux mit 9:1 – der Aussenseiter auf direktem Weg zum Satzausgleich? Nein! Je länger der Satz dauerte, brach das Heimteam zunehmend ein. Und auf der anderen Netzseite spielte Holt weiter auf konstant hohem Niveau und sorgte mit ihrer Power für den Unterschied der zwei Mannschaften. Schliesslich konnte sich NUC mit 25:22 durchsetzen und so einen Siegertanz aufs Parkett legen. Da ist man nochmals mit einem blauen Auge davon gekommen…

Bei der Wahl der besten Spielerinnen fiel die Wahl (der Trainer) auf Tia Scambray und Marine Haemmerli. Die sympathische Scambray schien vollkommen überrascht von der Wahl und sämtliche Mitspielerinnen blickten auf Kyra Holt, die mit Abstand (!) die beste Spielerin auf dem Platz war. Natürlich sind solche Wahlen stets persönliche Ansichtssache – doch kann und soll sich ein Trainer, der voll und ganz auf das Spiel fokussiert ist, während dem Spiel wirklich noch mit einer solchen Wahl beschäftigen…?

Volley1 fragte „The Woman of the Match“ Kyra Holt: Sie haben heute den Unterschied gemacht – wie fühlt man sich als „Versicherung“ der Mannschaft?

Kyra Holt lachte: „Es ist immer gut, wenn man eine Versicherung hat… Ich bin einfach glücklich, dass wir gewonnen haben. Ich versuche stets, mir keinen Druck zu machen und ohne Stress zu spielen.“ Brisant: Der Vater der Power-Spielerin war übrigens Basketballprofi in der NBA…

Und das Cheseaux-Küken Julie Monge meinte: „Ich spiele seit meinem siebten Lebensjahr in diesem Verein. Das Niveau in der NLA ist natürlich wesentlich höher als letztes Jahr in der 1.Liga, doch es macht mir grossen Spass!“

Last but not least: Der 1. Titel ist perfekt: Die besten Bäcker kommen aus Cheseaux! Bei keinem NLA-Verein gibt es derart leckeres Gebäck wie beim Provinzclub. Schokodonuts, Rhabarberwähe, Zitronenkuchen, Marmorkuchen etc. Da kommt jeder Volleyballfreak auf seine Kosten! Klubikone Doris Stierli stolz: „Das Gebäck wird alles von vielen engagierten Leuten aus dem Verein gemacht. Wir sind hier in Cheseaux wie eine grosse Familie!“

Volley1-Top 3: 1. Kyra Holt (NUC), 2. Oriane Hämmerli (VBC Cheseaux), 3. Tabea Daillard (NUC)

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Erster Dreier perfekt! US-Girl Shelby Sullivan macht Gerlafingen froh

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Geht doch! Ein Super-Trio aus Shelby Sullivan, Aniara Munoz und Dünya Kilic zaubert den VBC Gerlafingen zum souveränen 3:1-Sieg (15:25, 25:18, 25:17, 25:20) gegen den letztjährigen NLA-Absteiger Edelline Köniz. Dank diesem Dreier darf die Mannschaft von Trainer Christian Ruff weiterhin von den Playoffs träumen!

Beim VBC Gerlafingen wird hervorragende Arbeit geleistet: Thomas und Maja Nyffenegger betreiben einen enormen Effort, damit das Dorf Gerlafingen (5118 Einwohner) auf der Schweizer Sport-Landkarte vermerkt ist. Sie sind mit Leib und Seele dabei, leben für ihren Volleyballverein – chapeau!

Das Spiel zwischen VBC Gerlafingen und Edelline Köniz ist ein Duell zweier Mannschaften, die man vor der Saison in der Tabelle eigentlich weiter vorne erwartet hat. Doch von Beginn weg zeigen beide Mannschaften temporeiches Volleyball, spielen mit Engagement und Leidenschaft. Die Zuschauer freuen sich ab dem Spektakel und feuern die Mannschaften lautstark an.

1.Satz: Die Gäste aus Köniz sind stärker, spielen konzentrierter und machen weniger Eigenfehler. Insbesondere die Gymnasiastin Chiara Montani weiss zu gefallen. Sie besuchte einst die Talent School und spielte im Nachwuchs des TS Volley Düdingen. Ihr Vater war ein leidenschaftlicher NLB-Handballer (Visp) und NLA-Tennisspieler („Gegen Roger Federer hat er aber nie gespielt…“). Der Neuzugang vom VBC Kerzers zeichnet sich vor allem durch eine solide Annahme, einen guten Absprung und kräftigen Smash aus. Immer wieder lässt sie ihr Potential aufblitzen und bringt die Gastgeberinnen in arge Schwierigkeiten. Auch Sandra Maurer ist eine wichtige Stütze im Team und lässt wiederholt ihre Klasse aufblitzen. So schaukelt Agris Leitis Team den 1. Satz problemlos mit 25:15 nach Hause!

2.Satz: Der Gerlafingen-Trainer Christian Ruff scheint in der Pause die richtigen Worte gefunden zu haben, den seine Mannschaft tritt fortan wie ausgewechselt auf. Schnell steht es nach einer Aufschlagskette von Andeia Leite Pereira 7:0. Die US-Amerikanerin Shelby Sullivan, die sogar ein Bundesliga-Offerte auf dem Tisch hatte, treibt ihre Mitspielerinnen pausenlos an. Und: Aniara Munoz hämmert die Bälle mit einer Wucht ins Feld, dass man sich diesen Geschossen nur ungern in den Weg stellt. Ratzfatz und der Satz geht mit 25:18 an das Heimteam!

3.Satz: Auch in diesem Satz macht Gerlafingen im gleichen Tempo weiter und wirkt insgesamt als Kollektiv etwas stärker als das junge Team aus Köniz. Die Zuspielerin Dünya Kilic setzt ihre Mitspielerinnen wiederholt hervorragend in Szene, damit diese nur noch abschliessen müssen. Kilic spielt seit 14 Jahren Volleyball, arbeitet als Primarlehrerin (3. Klasse) in Gerlafingen. „Einige meiner Schüler sind auch hier unter den Zuschauern, das freut mich. Ich habe selber nie gedacht, dass ich eines Tages in der NLB spielen kann“, gibt sie sich bescheiden. Mit ihrer Hilfe schnappt sich „Gingu“ auch diesen Satz mit 25:17…

4.Satz: Nun will Gerlafingen den Sack zu machen: Shelby Sullivan und Aniara Munoz laufen zu Höchstform auf und auch Lisa Steffen zeigt sich als verlässlicher Wert. Brisant: Sullivan hat im Sommer noch auf den Philippinen für Manila gespielt und belegte den 2.Platz. Nach dem Spiel klatscht sie mit kleinen Kindern ab, einige hängen ihrem Idol um den Hals. Shelby liebt Gerlafingen und Gerlafingen liebt Shelby! „Ich mag diese familiäre Atmosphäre – auch die Natur, der Lifestyle hier in der Schweiz ist toll“, sagt die lebensfrohe Mittelblockerin aus Dallas, Texas. Ihr Vertrag dauert noch bis Weihnachten – mit der Playoff-Qualifikation könnte sie Gerlafingen das schönste Geschenk überhaupt machen. Nach dem 25:20 Matchball ballt sie die Faust – Spiel, Satz, Sieg!

Volley1-Top 3: 1. Shelby Sullivan (VBC Gerlafingen), 2. Chiara Montani (Edelline Köniz), 3. Aniara Munoz (VBC Gerlafingen)

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Timo, die Volleyball-Schweiz ist verliebt in EM-Hoffnung Sarina Brunner!

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Der TS Volley Düdingen fegt Kanti Schaffhausen mit 3:2-Sätzen (25:16, 18:25, 28:26, 24:26, 15:10) vom Platz.

Die überragende Spielerin auf dem Platz: Sarina Brunner (21)! Der Neuzugang der Powercats ballert sich in die Herzen der Schweizer Volleyballfans!

Erst ihr Knaller-Auftritt beim 3:1 Sieg gegen den Supercup-Sieger Neuchâtel UC (NUC), nun knipste der Shootingstar schon wieder. 3:2 schoss Düdingen den meistgenannten Titelfavoriten ab, Brunner punktete 26mal, verwertete auch souverän den Matchball.

Und die Düdinger haben die Aussenangreiferin schon jetzt in ihr Herz geschlossen.

Wer ist Shootingstar Sarina Brunner? Angefangen hat sie mit Volleyball in der 3.Klasse (Schulnote 6 im Turnen), besuchte später die Talent School/Academy. Trotzdem schaffte sie nie den Sprung in eine Nachwuchsauswahl. Letzte Saison spielte sie in der 1.Liga für den VBC Kerzers. Ihr Vater war Zehnkämpfer, ihre Mutter spielte Volleyball (NLB/Uni Bern). Beruflich absolvierte Brunner das KV, arbeitet heute 80% im Event-Management. Ihre Hobbies: Singen, vor allem Worship-Lieder  (auch bei Hochzeiten).

Worship-Lieder sind Lobpreislieder, die insbesondere in den USA bei vielen jungen Menschen sehr populär und immer stärkeren Zulauf finden.  Unvergessen als Box-Superstar Evander Holyfield (Hall of Fame) am 28.06.1997 gegen Mike Tyson singend in die bebende MGM Grand Garden Arena in Las Vegas einmarschierte und 17.000 Fans tanzten. Tyson biss ihm in der 3.Runde das Ohr ab und sorgte damals für einen der grössten Skandale der Sportgeschichte. Das war genau zehn Tage vor Brunners Geburt…

Bei diesen TopLeistungen kann für sie der Song von Europe „The Final Countdown“ bald zur Realität werden: Die EM-Teilnahme  2019 in den vier austragenden Ländern Ungarn, Polen, Slowakei und Türkei!

Timo, diese Powerfrau wollen wir an der EM jubeln sehen.

Der Trainer Dario Bettello ist begeistert: „Sie hat einen schnellen Arm, ist in der Annahme stark und auch im Block aufgrund ihrer Sprungkraft solid. Sie kann uns viel helfen.“ Und Präsident Christian Marbach unterstreicht: „Ich würde mich freuen, wenn sie an die EM fahren könnte! Sie hat eine gute Einstellung, ist willig und ist sehr reif für ihr Alter.“

Und selbst Volleyball-Kritiker Michel Bolle meint: „Ich habe schon vor einiger Zeit erstmals von Sarina Brunner gehört. Sie ist athletisch stark, springt gut und hat enorme Power. Sie erinnert mich von der Spielweise an Laura Unternährer. In dieser Form gehört sie zweifellos in die Nati!“

Die Volleyball-Schweiz ist verliebt in Sarina.

Natitrainer Timo Lippuner: „Der EM-Zug ist für sie nicht abgefahren! Im Dezember haben wir nur 4 Tage, da bleibt – ausser bei Verletzungen – keine Zeit für Experimente. Aber wenn sie weiterhin so abliefert, wird sie auf jeden Fall aufgeboten.“

Und Brunner flirtet zurück: „Es fägt! Natürlich wäre eine EM-Teilnahme ein Traum! Ich wurde bisher aber noch von niemandem kontaktiert, so versuche ich einfach mich hier Schritt für Schritt zu verbessern.“

Knipst Brunner auch in den weiteren Pflichtspielen für die Düdingerinnen, ist für sie die EM-Teilnahme mit der Nationalmannschaft zum Greifen nah…

Volley1-Top 3: 1. Sarina Brunner (TS Volley Düdingen), 2. Karla Klaric (Kanti Schaffhausen), 3. Sabel Moffett (TS Volley Düdingen)

Foto: Ulf Schiller

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