Der König der Rhythmischen Gymnastik: Pavlos Lazarou!

27.07.2019 (OD) – Er ist der ‚König der Rhythmischen Gymnastik‘: Pavlos Lazarou (28)!

Der international reputierte Choreograph aus Zypern gewann nicht nur die TV-Staffel „Dancing with the Stars“, sondern tanzte sich beim Finale des Eurovision Song Contest 2017 auch in die Herzen von 182 Millionen TV-Zuschauern! Im Gespräch mit SwissRG verrät er, welche Erfahrungen er als Mann in der weiblich geprägten Rhythmischen Gymnastik gemacht hat.   

 

 

 

 

 

 

SwissRG: Guten Tag Pavlos Lazarou, erzählen Sie uns mal, wie Sie ausgerechnet ‚König der Rhythmischen Gymnastik‘ wurden?

Pavlos Lazarou: (lacht) Nein, ich bin bestimmt kein König. Ich habe eine Tanzschule (Anm. d. Red. „Pavlos Lazarou Dance Centre“) in Larnaca (Zypern) und trainiere Mädchen meistens in Ballett, Musical, Jazz, Hip Hop und Latein. Die Tanzschule ist neu, doch wir haben bereits erste tolle Erfolge einfahren können. Als Tänzer habe ich nach meiner akademischen Ausbildung bei „Dancing of the Stars“ teilgenommen, wo ich mit Karolina Pelendritou, einer blinden Goldmedaillengewinnerin der Paralympics, gewonnen habe. Und beim Eurovision Song Contest 2017 in Kiev (Ukraine) durfte ich den zypriotischen Beitrag von Hovig als Backgroundtänzer unterstützen - ein unvergessliches Erlebnis.   

 

SwissRG: Wie fallen die allgemeinen Reaktionen aus, wenn Sie als Mann mittendrin in der weiblich geprägten Rhythmischen Gymnastik auftauchen? Haben Sie schon negative Erfahrungen gemacht?

Pavlos Lazarou: Bei Wettkämpfen werde ich oftmals für einen Physiotherapeuten oder Arzt gehalten. Die Leute sind überrascht, wenn sie erfahren, dass ich eine Athletin trainiere. Doch ich habe nie abschätzigen Umgang erlebt – bei den Wettkämpfen sind alle zu sehr auf ihre Arbeit konzentriert. Da ich meinen Background im Ballett habe, ist mir die Situation als Mann in einer weiblich dominierten Domäne wie der Rhythmischen Gymnastik Szene schon vertraut gewesen.

SwissRG: Sie haben sich auch auf internationaler Ebene einen guten Namen als Choreograph gemacht - was beinhaltet ihre Arbeit als Choreograph genau?

Pavlos Lazarou: Meine Arbeit als Choreograph besteht darin, die Psychologie der Athletin zu verstehen und Tanzschritte zu kreieren, die mit ihren Fähigkeiten und Emotionen einhergehen. Zudem versuche in visuelle Bilder zu entwerfen, welche die Zuschauer lieben und demnach meine Athletin bewundern. 

Ich habe Choreographien für unser Nationalteam (Trikomitis Club) gemacht, doch mein hauptsächlicher Fokus liegt auf unserer nationalen Meisterin Victoria Skittides.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SwissRG: Was reizt Sie an der Rhythmischen Gymnastik: Mögen Sie gerne Glanz & Glamour und stehen Sie gerne im Rampenlicht?

Pavlos Lazarou: Der Glanz und Glamour der Rhythmischen Gymnastik ist lediglich das, was die Zuschauer sehen. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die sportlichen Erfolgen das Ergebnis von harter Arbeit sowie der Liebe und der Leidenschaft zum Sport sind.

Wenn wir einen Wettkampf beendet haben, die Athletin glücklich oder traurig ist und man dabei die Liebe sowie das gegenseitige Vertrauen förmlich vom Gesicht des Anderen ablesen kann, ist das ein unbeschreibliches Gefühl. Auch macht es einen stolz, wenn der Trainer und das Publikum eine klare Steigerung sehen, nachdem ich mit meiner Athletin lange Zeit gearbeitet habe.

Swiss RG: Was sind Ihre schönsten Momente, die Sie mit Glück erfüllen in der Rhythmischen Gymnastik?   

Pavlos Lazarou: Die schönsten Momente sind, wenn Victoria glücklich ist und lächelt nach ihrem Auftritt. Und das schönste Kompliment habe ich am Grand Prix in Moskau von einer russischen Trainerin erhalten, die mir nach einem fachlichen Gespräch sagte, dass man mich nach Russland holen sollte. Das hat mich gefreut, da Russland eine enorme Bedeutung in der Welt der Rhythmischen Gymnastik hat.

 

SwissRG: Sie sind beim Eurovision Song Contest 2017 in Kiev als Tänzer aufgetreten. War es demnach Ihre Idee den kräftigen Titel ‚Solo Noi‘ des ehemaligen ESC-Gewinners Toto Cutugno für Victoria Skittides Ballübung auszuwählen?

Pavlos Lazarou: Nein, das war Victorias Entscheidung. Ich begrüsste die Wahl sehr und war sofort damit einverstanden, ihre Ballübung mit einer solchen kräftigen, magischen Musik weiterzuentwickeln.

Victoria ist ein bezauberndes, liebenswürdiges Mädchen. Sie ist eine introvertierte Persönlichkeit, die Zeit braucht, um sich auf andere Leute einzulassen und ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Aber wenn man ihr Vertrauen gewinnt, ist sie wie ein süsses Reh, dass einem auf allen Pfaden folgt. Sie arbeitet nicht nur enorm hart, sondern besitzt auch grosse Fähigkeiten und Träume für die Zukunft. Ich wünsche mir für sie, dass sie den Leuten zeigen kann, wer sie wirklich ist.     

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SwissRG: Was machen Sie in Ihrer Freizeit abseits der Rhythmischen Gymnastik - haben Sie noch Träume?

Pavlos Lazarou : Ich habe noch keine Familie, dafür fühle ich mich noch zu jung. Ich interessiere mich sehr für Skulpturen und Statuen, spaziere und reise auch sehr gerne. Natürlich habe ich noch sehr viele Träume – ohne Träume können wir nicht leben…

 

SwissRG : Was wissen Sie über die Schweiz? Und: Wie gefällt Ihnen unsere Website, haben Sie bereits einmal reingeschaut?

Pavlos Lazarou: Die Schweiz ist ein tolles Land, das über ein gutes Bildungssystem verfügt und zu den Menschenrechten steht. Ja klar kenne ich die Website SwissRG - ein hochwertiger und starker Effort für den Sport. Ich wünsche euch und ihren Lesern nur das Beste!

Fotos: ZVG

An Saita, Sm'Aesch Pfeffingen

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