Wer wird neue STV-Cheftrainerin in der Rhythmischen Gymnastik? 

Oliver Dütschler, 18.09.2020

Nach den ganzen negativen Medienschlagzeilen wünschen wir uns auf dem Cheftrainer-Sessel jemanden, der nicht nur für einen Neuanfang einer sauberen Rhythmischen Gymnastik unter Einhaltung der Ethikcharta von Swiss Olympic steht, sondern auch die kulturellen Schweizer Gepflogenheiten in der RG bestens kennt und in internationalen Kreisen über ein grosses Netzwerk und beste Kontakte verfügt.

 

Die Königslösung wäre NICOL RUPRECHT aus Österreich!

 

Die Tirolerin nahm bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 teil und wird ihre erfolgreiche RG-Karriere nach den OS in Tokio 2021 voraussichtlich beenden.

 

Die mehrfache WM-Finalistin Ruprecht gilt als fleissige Arbeiterin, die nie aufgibt und auch schwierige Phasen (zB Fehlurteil an der WM 2019 in Baku) bravourös gemeistert hat. Mit 27 Jahren ist sie eine gestandene Persönlichkeit, die unsere schweizerischen sportkulturellen Gepflogenheiten bestens kennt, die kommunikationsstark ist und in der gesamten RG-Welt bis hin zur russischen Trainerikone Irina Viner-Usmanova einen hervorragenden Ruf geniesst.

 

Nachdem selbst BASPO-Direktor Matthias Remund unlängst im Sportpanorama öffentlich einen „Kulturwandel“ gefordert hat, wäre man beim BASPO in Magglingen einer solchen Lösung bestimmt nicht abgeneigt, sofern es gelingt die Rhythmische Gymnastik wieder in ruhigere Gewässer zu führen. Und der STV mit Geschäftsführer Ruedi Hediger könnte so den Nachweis erbringen, dass man es mit dem versprochenen Neuanfang in der Rhythmischen Gymnastik ernst meint.  

 

Es ist bestimmt kein Geheimnis, dass auch Austrian Gymnastics alles unternehmen wird, um eine solch hervorragende RG-Botschafterin wie Ruprecht an sich zu binden. Nichts desto trotz könnte es für den STV interessant sein, sich mit der Personalie Ruprecht auseinanderzusetzen und gegebenenfalls mal die Fühler auszustrecken. 

Was sagt Nicol Ruprecht zu ihrer Zukunft nach ihrer Aktivkarriere? SwissRG fragte bei der 41-fachen österreichischen Staatsmeisterin nach.

 

SwissRG: Nicol Ruprecht, wie realistisch ist es, dass Sie nach den Olympischen Spielen 2021 in Tokio der Rhythmischen Gymnastik als Trainerin erhalten bleiben?

 

Nicol Ruprecht: Ich möchte sehr gerne mein Wissen an die die jüngeren Generationen weitergeben. Es macht mir Spass in der Halle zu arbeiten und den Mädchen zu helfen. So werde ich mit Sicherheit dem Sport als Trainerin erhalten bleiben.

 

SwissRG: Was würde Sie mehr reizen – Einzelgymnastinnen oder Gruppengymnastinnen zu trainieren?

 

Nicol Ruprecht: Natürlich ist für mich Einzel näherliegend, da ich ja den Hauptteil meiner Karriere im Einzel war. Aber die Gruppe finde ich auch sehr interessant – da müsste ich noch tiefer reinwachsen, da wie gesagt mein Fokus bisher sehr auf dem Einzel lag.

 

SwissRG: Hand aufs Herz: Könnten Sie sich vorstellen, dereinst auch mal in der Schweiz als Trainerin zu arbeiten?

 

Nicol Ruprecht: Ich kann mir vieles vorstellen und ich bin bereits gespannt, wohin mich meine Reise hinführen wird. Ich habe natürlich auch noch meinen Freund hier in Österreich, so würde es wahrscheinlich nur mit Absprache mit ihm zu einer drastischen Veränderung kommen.

Olga Bogdanova, Sm'Aesch Pfeffingen

Spielerin des Monats November